Es gibt ein Foto von damals. Ein Kleinfeldtor, das viel zu groß wirkt – und davor ein kleiner Junge im Torwarttrikot, die Handschuhe gefühlt drei Nummern zu groß für die Kinderhände. Über zwölf Jahre ist das her. Der Junge steht heute immer noch im Tor. Am selben Ort.
EIN LEBEN FÜR
DEN KASTEN.
Vom sechsjährigen Knirps mit Riesen-Handschuhen zum Rückhalt der U19 und Cheftrainer der U12: Wie Benedikt „Bene“ Ernst und seine Familie den BV 04 leben.
ER KAM ZUM SPASS.
ER BLIEB FÜR ALLES.
Die Reise beginnt vor über zwölf Jahren. Benedikt ist gerade einmal sechs Jahre alt, wohnt quasi um die Ecke des Vereinsgeländes und hat einfach unbändige Lust zu kicken. Nach einem Probetraining bei den Bambini ist die Entscheidung gefallen: Er bleibt.
Wer glaubte, der Kleine ließe sich von zu großen Handschuhen beirren, sah sich getäuscht: Bene warf sich furchtlos in jede Flugbahn, landete im Schlamm, rappelte sich auf und hielt den Kasten sauber. Schon damals stand fest: Da steht ein Torwart mit Herzblut.
„Zu Beginn ging es komplett um den Spaß. Aber je älter man wurde, desto klarer war: Hier an der Roßstraße geht es um richtig was.“
Aus reiner Freude am Spiel wurde ambitionierter Leistungsfußball. Geprägt hat ihn in dieser Phase vor allem Trainer Alper, der ihn von der U12 bis in die U15 und U16 begleitete – bis heute die wichtigste Trainerfigur seiner Karriere. Mit langjährigen Weggefährten wie Jakob und Taha bildete er das Rückgrat einer echten Einheit. Zusätzlichen Feinschliff holte sich Bene bei Ex-Bundesliga-Schlussmann Christopher Heimeroth – einmal pro Woche gezieltes Torwarttraining, das ihm zeigte, wie wertvoll professionelle Torwartförderung im Nachwuchs ist.
DER QUALI-KRIMI
VOR DEM CLUBHAUS.
Gleich zweimal brannte sich der Erfolg ins Gedächtnis: der historische Aufstieg in die Niederrheinliga mit der U15 – und später der erneute Coup mit der U17.
Unvergessen bleibt der Quali-Krimi der U15, als die Entscheidung in einem nervenaufreibenden Dreiervergleich fiel: Die gesamte Mannschaft saß vor dem Clubhaus an der Roßstraße und fieberte jeder Meldung entgegen – bis der erlösende Schrei über die Anlage hallte. Der Beweis: Mit Leidenschaft und Geschlossenheit schlägt der BV 04 auch die ganz großen Namen.
DER ROT-SCHWARZE
KÜCHENTISCH.
Benes Liebe zum Club blieb nicht ohne Folgen für das heimische Wohnzimmer. Über die Jahre hat sich die gesamte Familie mit dem rot-schwarzen Virus infiziert.
VON DER BALLWAND AUFS SPIELFELD.
Früher bei jedem Spiel von Bene an der Außenlinie, bolzte gegen die Clubhauswand. Heute selbst feste Spielerin im Verein – und bekennender Jude-Bellingham-Fan.
IM WINDSCHATTEN DER GROSSEN.
Mit Bene und Hannah als Vorbildern war ihr Weg vorgezeichnet. Spielt mit Begeisterung für den Club und hält daheim treu zu Jamal Musiala.
VOM FAN INS VORSTANDSAMT.
Jahrelanger Unterstützer am Spielfeldrand – heute als Vorstandsmitglied eine tragende Säule im Ehrenamt und bei der Zukunftsgestaltung des BV 04.
Besonders am Sonntagmittag geht es am Küchentisch heiß her: Wenn Bene (Bayern-Anhänger) und Papa (Dortmund-Sympathisant) die Bundesliga analysieren, schlagen sich Hannah und Clara gern auf Benes Seite – die Mädels sind schließlich auch Bayern-Fans. Hauptsache, der Papa wird ein bisschen geneckt. Fußball ist bei den Ernsts keine Nebensache. Er ist Lebensgefühl.
SPIELER. TRAINER.
SIEBEN TAGE BV.
VOM KNIRPS ZUM RÜCKHALT.
Wer Bene heute im Kasten der U19 erlebt, sieht die Vollendung einer zwölfjährigen Reise: Aus dem kleinen Steppke mit den übergroßen Handschuhen ist ein athletischer, hochgewachsener Schlussmann und Vize-Kapitän geworden.
Mit ausgestrecktem Arm, klarer Kommandosprache und enormer Präsenz stellt er seine Viererkette, antizipiert tiefe Bälle und packt im Fünfmeterraum kompromisslos zu. Er hält nicht nur Bälle – er lenkt das Spiel von der Grundlinie aus.
„Als Torwart hast du das gesamte Spielfeld vor dir. Du musst nicht nur reagieren, sondern deiner Mannschaft mit jeder Ansage Sicherheit geben.“
PERSPEKTIVWECHSEL MIT PFEIFE UND KLEMMBRETT.
Heute steht Benedikt Ernst an sieben Tagen in der Woche auf der Platzanlage an der Hans-Böckler-Straße. Neben seinen eigenen Einheiten im Tor leitet er als Cheftrainer die U12-2. Zwischen Schulabschluss, individuellem Torwarttraining und Spieltagen ist der Kalender randvoll – für Bene gelebte Leidenschaft.
Sein Weg an der Linie ist klar strukturiert: Schritt für Schritt die DFB-Lizenzen erwerben, den Nachwuchs formen und sportlich im Herrenbereich ankommen. Der logische nächste Schritt steht fest: der Sprung aus der U19 direkt in die 1. Herrenmannschaft des BV 04.
„Als Spieler merkst du manchmal gar nicht, wie du dich entwickelst. Aber als Trainer siehst du von der Seitenlinie jeden Zentimeter Fortschritt bei den Jungs.“
DURCH DIE JAHRE.
FRÜHE TURNIERTAGE
DIE JUNGS VON DAMALS
EINE MANNSCHAFT WÄCHST
IM TRIKOT DURCH DIE JAHRGÄNGE
AUCH IM WINTER · IMMER DA
AUFSTEHEN GEHÖRT DAZU
MITFIEBERN VON KLEIN AUF
HALLENZEIT
ALLEIN ZWISCHEN DEN PFOSTEN
DIE MAUER STEHT
ANGETRETEN
VRIENDEN VAN OLYMPIA · TURNIERSIEG
MIT DEM POKAL IM GEPÄCK
IJSSEL TROPHY · AUF DEM PODIUM
TURNIERTAGE MIT DER U17
GESCHAFFT · FELD 5
UNTERWEGS MIT DEM TEAM
ROT-SCHWARZES
FUNDAMENT.
Es gibt Spieler, die kommen und gehen.
Und es gibt Menschen wie Bene.