BENE IM
KLARTEXT.
Über Torwart-Vorbilder, Küchendiskussionen und seinen Rat an sein sechsjähriges Ich – Benedikt „Bene" Ernst im ungekürzten Gespräch.
Die große Story „Ein Leben für den Kasten" erzählt Benes Weg vom Sechsjährigen mit Riesen-Handschuhen zum U19-Keeper und U12-Cheftrainer. Hier ist das vollständige Gespräch dazu – unbearbeitet und in seinen eigenen Worten.
Wie bist du damals als Sechsjähriger eigentlich zum BV 04 und ins Tor gekommen?
Eigentlich hat alles damit angefangen, dass ich irgendwann einfach Bock hatte, Fußball zu spielen. Ich war damals etwa sechs Jahre alt. Wir haben ganz in der Nähe vom BV 04 gewohnt, das hat sich perfekt angeboten. Also haben wir ein Probetraining gemacht – und seitdem bin ich hier.
Wer hat dich auf diesem langen Weg im Verein am meisten geprägt?
Ganz klar Alper! Er war von der U12 bis zur U15 und noch in der U16 mein Trainer. Von ihm habe ich extrem viel gelernt und mitgenommen. Er ist die wichtigste Trainer-Persönlichkeit auf meiner gesamten bisherigen Laufbahn. Und natürlich Jungs wie Jakob oder Taha, mit denen ich von klein auf bis heute auf dem Platz stehe.
Welcher Moment hat dir gezeigt, dass der BV 04 mehr ist als nur ein normaler Verein?
Da gibt es zwei Momente: Zum einen unser U15-Aufstieg in die Niederrheinliga nach der Quali im Dreiervergleich. Wir saßen alle zusammen unten vor dem Clubhaus, haben gezittert und mitgefiebert – und als es feststand, war das Gefühl unbeschreiblich. Und der zweite Moment war letzte Saison, als unsere 1. Herren wieder in die Kreisliga A aufgestiegen ist. Alle wichtigen Leute, der Vorstand, die Teams standen zusammen und haben gefeiert. Da spürt man: Das hier ist Familie.
Hannah und Clara spielen auch beim BV, dein Papa Althoff war lange Zeit Unterstützer am Spielfeldrand. Wie läuft der Fußballtalk bei euch zuhause?
(lacht) Natürlich reden wir ständig über Fußball! Es gibt immer Kontroversen: Ich gegen meinen Papa – Bayern gegen Dortmund! Hannah funkt dann gerne dazwischen mit „Aber Bellingham ist mein Lieblingsspieler!", und Clara hält mit Musiala dagegen – die hält sowieso zu mir, schließlich sind wir beide Bayern-Fans. Die Mädels unterstützen mich natürlich fleißig dabei, unseren Papa zu ärgern.
Du stehst fast jeden Tag auf dem Platz – als U19-Keeper und U12-2-Trainer. Was treibt dich an?
Es ist anstrengend mit Schule und Alltag, aber absolut machbar. Als Trainer lernt man eine völlig neue Perspektive kennen. Auf dem Feld merkst du deine eigenen Fortschritte oft gar nicht – aber an der Seitenlinie siehst du genau, wie die Jungs Woche für Woche besser werden. Mein Ziel ist es, meine Lizenzen step by step bis zur A-Lizenz zu machen und mit der jetzigen Mannschaft über die U13 und U14 leistungsorientiert zu wachsen.
Torwart oder Trainer – welche Rolle fühlt sich heute mehr nach "du selbst" an?
Ehrlich gesagt beides, nur auf unterschiedliche Art. Im Tor bin ich der, der reagiert – die Situation bestimmt, was ich mache. Als Trainer bin ich der, der die Situation gestaltet. Das eine macht mich ruhig, das andere macht mich verantwortlich. Ich glaube, ich brauche mittlerweile beides gleichzeitig, um mich komplett zu fühlen.
Was würde dich als Trainer richtig stolz machen – unabhängig vom Ergebnis?
Wenn einer aus meiner U12-2 in ein paar Jahren selbst auf dem Platz steht und einem Jüngeren genau das erklärt, was ich ihm beigebracht habe. Das wäre für mich der eigentliche Beweis, dass etwas hängen geblieben ist – mehr als jede Tabelle.
Wenn du heute dem kleinen Bene von damals mit den übergroßen Handschuhen begegnen würdest: Was sagst du ihm?
Einfach weitermachen! Egal ob Ups oder Downs: Mach einfach weiter. Egal was kommt, bleib dran und genieß den Spaß am Fußball!
Vom Sechsjährigen mit den zu großen Handschuhen
zum Rückhalt der U19.